Zwei kleine Geschichten

„Noch ’n Gedicht“ – nein, aber noch 2 kleine Geschichten von gestern!

1: Nachdem wir bei starkem Landregen gestartet waren, wollten wir nach ca. 10 km doch gerne einen heißen Kaffee trinken. Wir fuhren in einen kleinen Ort direkt am Kanal und fanden auch gleich am Anfang ein Hotel-Restaurant, das zwar geöffnet war, aber noch keinen Betrieb hatte. Einen Kaffee wollte die uns ob unserer triefenden Kleidung mitleidig anblickende Mitarbeiterin gerne bereiten ( in Frankreich bekommt man auf jeden Fall immer einen Kaffee!), zu essen gäbe es aber nichts, da das Baguette noch nicht geliefert war. Gut, so bestellten wir einen großen Milchkaffee, den wir draußen unter der überdachten Terrasse trinken wollten – wegen unserer Nässe. Nach kurzer Zeit kam ein junger Angestellter ( vielleicht der Koch?) nach draußen und fragte, ob wir 10 min. Zeit hätten, dann konnten wir Croissants und Baguette bekommen. Natürlich hatten wir! Zu unserem großen heißen  Milchkaffee bekamen wir tatsächlich 4 Mini-Croissants, 4 Mini- Pain chocolat und 2 Mini-Baguette, sprich Brötchen, – die hatte er wohl im Gefrierfach und jetzt schnell aufgebacken – dazu Butter und Marmelade. Außerdem wollte uns die Angestellte unbedingt nach drinnen bitten. Soviel rührende Fürsorge hatten wir nicht erwartet! Das ganze Frühstück hat uns dann 8 € zusammen gekostet!!! Dieses Erlebnis hat uns bei dem Wetter einen gehörigen Anschub gegeben!

2 : Als wir uns am späten Nachmittag entschlossen hatten, etwas zu essen und vielleicht eine Bleibe zu suchen, mussten wir nach Information eines am Kanal liegenden Dorfes ca. 5 km ins „Landesinnere“ begeben, weil es auch in den folgenden Orten am Kanal nichts Essbares zu kaufen oder gar eine Unterkunft gäbe. Natürlich gab es eine Steigung ( aber eher moderat), und wir fragte bei dem uns genannten chambre d’hotes nach : leider schon Winterpause! Aber vielleicht nimmt das nächste oben im Dorf noch Gäste auf – dieses Mal complet! Aber die Nachbarin vermietet auch. Wenn das nicht klappt ( auch jetzt schienen unsere bepackten Fahrräder und abgekämpften Gesichter Mitleid hervorzurufen), würde sie ihren Mann noch mal fragen, ob wir neben den noch erwarteten Gästen aus Belgien auch noch aufgenommen werden könnten. Die Nachbarin war nicht zu Hause, der Ehemann stimmte zu und uns wurde angeboten, mit den Belgiern zusammen ein Abendessen zu bekommen. In einem aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammenden, sehr geschmackvoll und urig hergerichteten Bauernhaus haben wir einen besonderen Abend, eine wohltuende Nacht und ein liebevoll hergerichtetes Frühstück genossen. Auch dieses Erlebnis hat uns für viele Mühen mit Regen, Gegenwind und Steigungen entschädigt.

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