17. Tag: von Savigny-sur-Gosne bis Lyon, 120 km

Um 7 Uhr regnet es nicht. Es ist aus unserer Tür hinaus ein von verschiedenen Wolkenschichten unterbrochener Sonnenaufgang zu bewundern. Das ist wirklich ein besonderer Ort hier! Nach einem Baguette- und Croissant- Frühstück mit selbst gemachter Marmelade und Pfirsichen aus dem Garten starten wir bei Sonne, wegen der uns umgebenden Wolken allerdings in Regenklamotten. Die weitere Fahrt auf dem 3 m breiten, glatt asphaltierten  voie vert ist ein Genuss. Als wir dann auch noch von „unten“ aus der Ferne unser Weingut und das Schloss des Ortes sehen können, beflügelt das auch noch einmal unsere Fahrlust. Kein Regen, obwohl die Wolken immer drohen, kein Gegenwind (wenn überhaupt Wind, dann von seitlich hinten!) , die 20 km bis Cluny sind schnell geschafft. Hier fahren wir von der Bahnstrecke ab in den Ort, um in einem Buchladen die nächsten 2 Fahrradkarten zu kaufen. Zurück auf dem voie vert gibt es ab jetzt einige Kilometer Berg und Tal Fahrten bis zu einem Tunnel. Es ist der alte Eisenbahntunnel, ca. 6 m breit und gewölbt in der Mitte 7 m hoch, nur für Fußgänger und Fahrradfahrer! Er ist 1,6 km lang und gibt uns teilweise das Gefühl, durch eine Tropfsteinhöhle zu fahren. Jetzt geht es ca. 10 km eigentlich nur bergab. Am Ende des voie vert essen wir gegenüber dem alten Bahnhof in einem gemütlichen Lokal das erste Mal auf unserer Tour „Mittag“. Es gibt Forelle ( und dazu am Ende dieses Tages Berichts eine Geschichte!) .Südlich von Macon überqueren wir die Saône und fahren östlich wieder über die Dörfer. Vor einigen Tagen hatten wir uns noch über einen kleinen Fluss gefreut, der uns eben durch ein Tal führte. Jetzt überqueren wir zahllose dieser kleinen Flüsse, also immer runter zum Fluss und wieder rauf in den nächsten Ort. Aber die Steigungen sind kurz und ohne Regen/Gegenwind fast ein Klacks. Wir folgen immer der D 66 ( Route 66!) , waren aber nicht beim Frisör! ( Dazu gibt es auch eine Geschichte, die aber nicht in diesen blog gehört )  Nördlich von Lyon wollen wir eigentlich östlich der Stadt ausweichen, ist aber schwierig mit den Straßen. So landen wir nach weiteren 20 km ( davon 10 km ziemlich steil bergab mit Serpentinen – müssen wir hoch gewesen sein! ) in der Innenstadt von Lyon. Jetzt haben wir insgesamt knapp 1600 km geschafft und können auch gerne bald in Marseille sein. Der voie vert von Chalon-sur-Saone bis Macon war die bisher schönste Strecke unserer Tour, sowohl unter Radfahr-Gesichtspunkten ( Beschaffenheit, Ausschilderung, etc.) als auch landschaftlich. Zu beiden Seiten mit vielen Weinbergen, Schlössern und netten Bergdörfern.

Und jetzt noch die Geschichte :

Am Ende des voie vert in Charney-le-Macon machen wir – wie bereits im blog erwähnt – Pause im Restaurant/Café de la Gare. Es wird ein plat de jour angeboten: filet de Tuitre. Ich weiss leider nicht, was Tuitre heisst und frage den Kellner: un poisson. Ich sage zu Rainer: „Das ist ein Fisch.“. Darauf der Kellner: “ Ja, das ist Fisch. Isch  weiss aber nischt  wie heisst auf Deutsch. Ist von Schubert“  und fängt an, das Lied: In einem Bächlein helle, da schoss in froher Eil die launische Forelle … zu summen. Also Tuitre: Forelle!

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