16. Tag von Kaliningrad nach Swetlogorsk ( 56 km )

Eine Stunde haben wir heute „verschlafen“, weil meine Uhr noch am Fahrrad in der abgeschlossenen Kombüse hing. Die Handy-Zeit hatte sich eben nicht automatisch umgestellt! Die Nacht war angenehm, trotz kurzer und schmaler Koje ( für Rainer zu kurz). Durch das offene Bullauge hörten wir nur hin und wieder einen Hund bellen. Bis lange in die Nacht hinein haben wir den blog bearbeitet, denn das Internet war gut auf dem Schiff! Bei unserem Abschied waren wieder alle ausserordentlich freundlich und interessiert an unserer Fahrt. Eine junge Frau betastete die gehäkelten Flaggen und gab zu verstehen, dass es gute Arbeit wäre! Die Flaggen haben im Gegensatz zu den Schildern tatsächlich nicht gelitten! Der R1 führte uns durch das heute Morgen sehr geschäftige Kaliningrad, meist auf der bis zu sechsspurigen Strasse. Beim Überqueren einer solchen wunderten wir uns über die Haltebereitschaft der Russen an den Zebrastreifen. Das war in Polen nicht so! Auch beim Wechseln von der rechten auf die 3 Spuren weiter abzweigende Linksabbiegerspur waren die Autofahrer sehr rücksichtsvoll, trotz des dichten Verkehrs!  Es war schon erstaunlich, dass wir uns auf der langen Fahrt durch die Stadt nie bedrängt oder genötigt fühlten. Kein Hupen, kein Drängeln, irgenwie Gelassenheit. Je nach Verkehrs- und Baulichkeitssituation sind wir auf der Strasse oder auch auf dem Bürgersteig gefahren, wie auch die durchaus vorhandenen Kaliningrader RadfahrerInnen. Als wir an einer Kreuzung trotz der guten R1 Beschreibung  verunsichert waren, sprach uns umgehend ein junger Mann auf Englisch an und half mit seinem Smartphone und seiner Ortskenntnis weiter. Kilometerlang auf beiden Seiten der zunehmend befahrenen Landstrasse unbewirtschaftete Felder, auf denen lila Lupinen, Schierling, Weissdorn und viele andere Pflanzen in voller Blüte standen. Das waren die „Kornkammern Deutschlands“ im DrittenReich. Lange Eichen-, Linden-, und Ahornalleen. Wir hielten andauernd an, weil wir dieses ökololische Paradies immer wieder fotografieren mussten, wohl wissend, dass die Fotos diese Eindrücke nie vermitteln können. Frühstück gab’s nach ca. 20 km in einem 10-Häuser-Dorf aus einem Magasin:

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Russisches Frühstück

2 Teigtaschen mit Überraschungsfüllung, Kabanossi, Banane und natürlich Kaffee mit Gebäck. Das alles für umgerechnet 2,50 €! Der angekündigte schlecht befahrbare letzte Abschnitt unserer Tour bis Svetlogorsk gehörte nach unserer Erfahrung zu den besseren schlechten Strassen. Inzwischen hatte man wohl viele Schlaglöcher geebnet. Wir kamen sehr zeitig in unserer Unterkunft an, die wir erst nach einem Telefonat fanden. Wir haben die Nr. 11B eben so gelesen, wie sie auf der Buchungsbestätigung stand. Der russische Buchstabe B ist aber ein W ! Unklar blieb trotzdem, warum 11 b zwei Häuser weiter war als 11 B ! Ich wollte so gerne noch in der Ostsee baden. Während wir glücklich über das Vorhandensein einer Waschmaschine diese sofort bestückten und auf das Ende des Waschgangs warteten, zog sich der Himmel immer mehr zu. Die Steilküste hinunter zum Strand waren ca. 300 m Fussweg. Nun begann es tatsächlich zu regnen! Mein Badezeug blieb im Rucksack, weil ich keine Lust auf nasse Klamotten hatte, Nach den traumhaften Stränden in Polen enttäuschte uns dieser schmale Sand-/Steinstreifen des bekannten Seebades Svetlogorsk. Unsere Füsse bekamen mal wieder eine herrliche Wasser-, Sand-, Steinmassage bis zur ca.600 m entfernten kleinen Umlaufseilbahn mit Zweierkabinen, die vom Strand die Steilküste hoch führte.

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Rauf nach Rauschen

Überall an der Hauptstrasse Stände mit Bernstein-Schmuck und -Schnick’Schnack. Noch einmal Schaschliek mit Bier, kein Regen mehr. Und jetzt mal etwas früher ins Bett!

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