21. Tag von Edole nach Tukums ( 111 km )

Wir haben in unserem Schloss gut geschlafen. Die Frösche im Schlossteich hatten ihr lautstarkes Konzert eingestellt, sobald ich  mit meinem blog-Eintrag fertig war. Beim Aufwachen regnete es noch ein wenig, doch der wolkenverhangene graue Himmel lockerte sich zunehmend auf. Als wir unsere Taschen fertig gepackt hatten und die Räder reisebereit waren, regnete es schon einige Zeit nicht mehr. Also auf zur nächsten Etappe! Bei herrlich frischer Luft radelten wir ausgeschlafen den nächsten Steigungen entgegen. Sie zogen sich lange hin, und zwischendurch gab es auch langgezogene Abfahrten. Die Strassen waren noch nass, und als ich anhielt, um endlich eine von den jungen Frauen am Strassenrand zu fragen, was sie denn dort im feuchten Gras suchten, zeigte sie mir einen Eimer voller Weinbergschnecken. Nach ca. 20 km fanden wir in der Fussgängerzone von Kuldiga ein Cafe, dass „schon“ geöffnet hatte und Frühstück anbot : Rührei mit Schinken, Haferbrei mit Nüssen, Rosinen und Marmelade, sowie kleine Pfannküchlein mit Sahne und Marmelade. Wir bestellten alle drei Frühstücksvarianten mit einem grossen Kaffee und waren begeistert ob der schmackhaft zubereiteten Gerichte.  Anschliessend drehten wir die obligatorische Runde durch die Altstadt. Trotz der teilweise sehr renovierungsbedürftigen Häuser strahlte die Altstadt etwas Beschauliches aus. Backsteinbrücke und Wasserfall lagen auf unserem weiteren Weg.

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Historisches Foto

Die Landstrassen waren meist in gutem Zustand. Nicht wie gestern mit teilweise bis zu 25 cm hohen Aufwerfungen der Spurrillen, die wie Kantsteine wirkten. Günstig war allerdings, dass wir auf dem schmalen Teerstreifen daneben gut fahren konnten, ohne, dass uns die Autos zu nahe kamen. Auch wenn ich mich wiederhole, besondere Freude haben uns immer die vielen Störche und ihre Jungen bereitet. Heute kamen sogar 2 Kraniche hinzu. In Sabile überprüften wir die Kleidung der Strohpuppen einer Puppenausstellung an der Strasse, gemäss Günters Auftrag. Seine Trikots waren inzwischen durch andere ersetzt.

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Günters Strohpuppen mit neuem Outfit

Weites offenes Land wechselte sich mit sattgrünen Mischwäldern ab. Hier blüht sogar der Raps noch um diese Zeit! Begleitet von weissen, hell- und dunkelgrauen Quellwolken vergnügten wir uns weiter mit den langgezogenen Steigungen und Abfahrten. Da unsere Hintern durch die beiden längeren Fahrtage sich wieder bemerkbar machten, legten wir heute mehr kleine Pausen ein. Und irgendwie darf es nicht wahr sein, aber ca. 15 km vor unserem angestrebten Ziel verabredeten sich die dunkelgrauen und jetzt auch noch dunkleren Wolken zu einem Treffen. Bahnte sich eine ähnliche Wettersituation an wie gestern? An unserer rechten Seite wurde es immer dunkler, auf der anderen Seite schien noch die Sonne, die es den heutigen Tag ab Mittag wieder sehr warm werden liess. Nein, es gab kein Gewitter und keinen Regen. Als spielten die Wolken mit uns, öffneten sie einen Korridor. Eine Hälfte verabschiedete sich weiter nach rechts hinter uns, die andere Seite beeilte sich, noch schnell vor uns nach links abzuziehen. Albern, aber ich musste schmunzeln. Beim Radfahren kommen ja die merkwürdigsten Ideen in unsere Köpfe! Nach 111 km erreichten wir Tukums, fanden das im R1 Radführer angegebene Hotel und haben nun eine prima und günstige Bleibe für die Nacht. Ziemlich kaputt sind wir! Morgen liegt auf jeden Fall die Fahrt nach Riga vor uns, zu meiner Freude entlang der langen tollen Strände – vielleicht liegt ja wieder ein nasser Ostseekontakt drin!?

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