25. Tag von Ligatne nach Smiltene ( 80 km )

Nachtrag von gestern : Die deutsche Familie aus Stockholm, die wir gestern getroffen haben, war mit dem Zug von Riga nach Sigulda gefahren. Sie hatten für 4 Personen mit Fahrrädern unter 10€ bezahlt, was sie selber nicht glauben konnten!

Und nun heute: Das historische Arbeiterreihenhaus, das zu einem Ferienappartement umgestaltet war, hatte uns und unseren Rädern eine wohlige ruhige Nacht geschenkt ( naja, bezahlt haben wir schon, aber wieder einmal absolut preiswert!) . Mit einer Küche ausgestattet, bot es uns die Möglichkeit, dort zu frühstücken und für die bevorstehende Steigungen-Strecke mit geschmierten Broten versorgt zu sein. Bevor wir uns wieder auf den Weg machten, drehten wir eine Runde durch die kleine Stadt, die historisch so viel zu bieten hat. Neben den auf der Fotokollage zu sehenden alten Gebäuden gab es aus dieser Zeit z. B. noch eine Schule, eine Entbindungsstation, Wirtschaftshäuser, in denen z.B. gebacken und gewaschen werden konnte, ein Krankenhaus mit Leichenhöhlen und Friedhof gleich nebenan. Zum Lebenskonzept in diesem hügeligen Ort gehörten auch Fischtreppen. Mit frisch nachgemalten Schriftzügen ‚Hamburg St. Petersburg‘ auf unseren „Angeber“( im wahrsten Sinne des Wortes!) -Schildern ging es nun weiter durch den wunderschönen Gauja-Nationalpark, mal durch den Wald, dann wieder durch weite Wiesen und Felder. Von Zeit zu Zeit tauchten einzeln stehende, fast herrschaftlich wirkende neu erbaute Häuser/Villen auf. Dann gab aber auch ältere kleine Bauernhöfe mit Gewächshäusern und grösseren Flächen mit unterschiedlichem Gemüseanbau, auf denen eifrig per Hand gejätet wurde. Für die Entscheidung unserer weiteren Route ab Riga hatten wir Detlef Kaden wegen der zu erwartenden Steigungen und Schotterpisten um seine Meinung gebeten. Er hatte uns empfohlen, weiter auf dem R1 zu fahren, das heisst, die Ostroute zu nehmen. Bis heute jedenfalls haben wir es nicht bereut, obwohl wir einige Male geschoben haben, z.B. bei der 12% – Steigung!

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Schieben!

Dazu Detlef Kaden in seinem Radführer: „Bei Branti erreichen wir mit 200 Höhenmetern vorerst den höchsten Punkt des R1 seit Berlin. Mittelgebirgserfahrene Radwanderer mögen darüber lächeln, jedoch bei Flachlandradlern findet dieser Abschnitt eine gewisse Beachtung.“ Und wir sind eben Flachlandradler! Zudem trieb der Wind heute noch sein Spielchen mit uns. In den Wäldern liess er uns durch die hohen Bäume geschützt verschnaufen. Auf freiem Feld dann zeigte er uns gerne, wie gemein er sein kann. Das Positive daran war, dass er die dunklen Wolken vor uns hertrieb oder ganz verscheuchte, so dass die übrig bleibenden freundlichen Schäfchenwolken uns den nötigen Schatten boten, um in der Mittagssonne nicht zu sehr zu braten. In dem Landhaus Kalbaka bei Smiltene haben wir in ländlicher Umgebung eine kleine, aber gemütliche Schlafunterkunft gefunden. Im Sommer verbringen in diesem schönen alten Holzhaus Kinder- und Jugendgruppen ihre Ferien. Es ist 22:45 Uhr und noch immer hell draussen. Wir liegen auf dem breiten Bett in dem nur wenig breiteren Zimmer direkt unter dem geöffneten Fenster und freuen uns über den Abgesang der Vögel und das Blöken eines Schafes.

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