30. Tag Tartu zu Fuss

Etwas länger schlafen als üblich war nicht schlecht! Nach einem heftigen Platzregen in der Frühe tröpfelte es noch immer so regelmässig, dass wir ausser Regenjacken noch Schirm (Rainer) und Regenhose (ich) für angemessen hielten. Der Rucksack war gepackt mit noch einmal aussortiertem Zeug, da wir ja grosse Wäsche hatten! Also erst einmal zur Post, um wieder etwas Ballast nach Hause zu schicken. Dann suchten wir uns in der Nähe des Marktplatzes ein Frühstückscafe. Inzwischen war es gegen 11 Uhr und die meisten Cafes hatten geöffnet. Heute wollten wir trotz des Regens den Stadtrundgang machen, obwohl wir gestern schon die Altstadt kreuz und quer begangen hatten. Zwei Fahrräder in der Fussgängerzone erregten unsere Aufmerksamkeit. Sie waren vorne und hinten mit zünftigen Reisetaschen bepackt, überraschenderweise nicht von Ortlieb. Neugierig hielten wir nach den Besitzern Ausschau und entdeckten sie be einer Tasse Kaffee: ein junges Paar aus der Schweiz. Die beiden waren Anfang April in der Schweiz gestartet und über Polen, Skandinavien und Finnland nach St. Petersburg gefahren. Jetzt waren sie in Tartu auf dem Rückweg. Respekt, Respekt! Wir erhielten noch Tipps für St. Petersburg, z. B. dass man nach ihrer Erfahrung dort ganz gut radeln könne. Die Sonne wechselte sich inzwischen mit schnell ziehenden Wolken ab, und es blieb mit und ohne Regen sehr stürmisch. Wir waren erstaunt über die Kleidung der Taturen: von ärmellos und sommerlich bis langärmlig und Pullover. Regenzeug trug niemand, höchstens mal einen Regenschirm. Es waren ca. 18 °C !  Weiter auf unserem Rundgang bestiegen wir den Turm der St. Johanniskirche, um den tollen Ausblick auf die Stadt zu geniessen. Wir überlegten inzwischen, ob die Grilleinladung vom Vortag wohl wegen des Wetters ins Wasser fallen würde, als ich bemerkte, dass ich eine sms erhalten hatte. Es folgten über die nächsten 3 Stunden mehrere Telefonate mit Priit, und gegen 19 Uhr holte er uns ab zu sich nach Hause. Dabei erhielten wir auf dem Weg exclusiv eine private Stadtführung durch ein ehemaliges Arbeiterviertel, in dem es noch fast ausschliesslich die typischen alten Holzhäuser gibt. Bei seinem Zuhause angekommen, stand seine Partnerin Kaari am Grill und die kleine Tochter schaute schüchtern um die Ecke. Wegen der kühlen Witterung assen wir drinnen. Es war so gemütlich und anregend, mit den beiden im Gespräch zu sein

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Im Gespräch

und so viel über Estland und Tartu zu erfahren, dass wir noch lange hätten weitermachen können. Erstens wollten wir die ausserordentliche Gastfreundschaft nicht überstrapazieren, zum anderen wollten wir ja am nächsten Tag einen frühen Zug nach Tallinn nehmen. Also brachte Priit uns wieder zurück und wir versbschiedeten uns mit der Aussicht auf ein Wiedersehen in Deutschland!

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Ein Kommentar zu “30. Tag Tartu zu Fuss

  1. Viel Spaß in Tallinn. In Gedanken genießen wir mit Euch den Ausblick oben von der Bar des Radisson Blue Hotels über die Altstadt.🍹🍻😎😄
    LG Uwe und Gika

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