34. Tag von Alajöe nach Toila ( 88 km ), inkl. ausführliche Erkundung von Toila

Nach der „Nacht der Nächte“ war es total ruhig heute, als wir gegen 9 Uhr starteten. Wir hatten erstaunlich gut schlafen können, weil die feiernden jungen Leute irgendwann zu anderen Gleichgesinnten in der Nachbarschaft zogen, und wir auch nachts nichts mehr hörten. Die „eisigen“ Nachttemperaturen von 3°C  konnten wir durch einen Elektroheizer in unserem Zimmer ertragen.  Nun brauchten wir also einen Kaffee unterwegs. Mal wieder waren wir zu früh für ein angekündigtes Cafe auf dem Wege. Nach 13 km hatten wir die Wahl, bei der Tankstelle um die Ecke draussen zu sitzen, oder weiter zu fahren, nicht wissend, wann es wieder eine Restauration oder ähnliche  Einrichtung für einen Kaffee gäbe. Wir ergriffen die Chance, einen grossen Becher hervorragenden Kaffees und appetitlich zubereitete belegte Brötchen zu bekommen.

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Danke Tanke!

Der Wind hatte heute Gutes mit uns vor, da unsere Hauptfahrtrichtung Nord/ Nordost war. Nach knapp 20 km konnten wir uns entscheiden, den gut „laufenden“ Weg an der Hauptstrasse oder den zum R1 gehörigen Umweg an einer Reihe von Seen entlang zu fahren. Im Radführer wird dieser Umweg so beschrieben :“ Der relativ gut ausgeschilderte Weg ist anfangs normal fahrbar, wird später aber dann zum schlechten Waldweg mit tiefen Löchern und grobkörnigen Schotterabschnitten. Glaubt man, das Gröbste hinter sich zu haben, tauchen tiefe Fahrrinnen auf, die die Schwertransporter des nahen Tagebaus hinterlassen haben – ein Weg also, der selbst bei trockenem Wetter nur bedingt für Fernradwanderer geeignet ist.“   Wir hatten bisher weder nennenswerte Steigungen noch Gegenwind gehabt, also brauchten wir noch eine Herausforderung,  Zudem wollten wir uns natürlich brav an die R1-Routenführung halten. Etwas mulmig war uns, als wir abbogen, aber Schieben lag zeitlich und kräftemässig heute allemal drin!  Jeden Kilometer, den wir mit über 10 km/h geschafft hatten, hakten wir ab! Ja, es gab Schlaglöcher – die waren aber unproblematisch zu umfahren auf dem relativ kurzen Stück. Ja, und es gab auch grobkörnigen Schotter – der hatte aber so festgefahrene Bahnen, dass die Fahrräder zufriedenstellend liefen. Und nein, wir mussten durch keine tiefen Fahrrinnen, die nur parallel zu unserem Weg verliefen. Es ist an diesem Teil des R1 anscheinend gearbeitet worden! Wir genossen also den wunderschönen Ausblick auf die hinter leichten Anhebungen liegenden Seen und fanden in einem Wintersportzentrum am Weg eine gute Gelegenheit zur Kaffeepause. Für die insgesamt 13 km des „Umweges“ haben wir eine Stunde reine Fahrzeit gebraucht. Da kann man nicht meckern! In unserem Übernachtungsort Toila, der wieder an der Ostsee liegt, waren wir recht früh, so dass wir auf jeden Fall noch den Ort erkunden wollten.  Wir waren beeindruckt von der Vielfältigkeit und den unglaublich vielen und grossen Parkanlagen des Ortes. Viele Spaziergänger waren unterwegs, um beim Campingplatz die Treppen die Steilküste hinab zu gehen, oder den bei der nächsten Stichstrasse in Serpentinen hinabführenden geteerten Weg an den steinigen Strand zu nehmen. Ein Fluss teilt den Ort, an seiner kleinen Mündung liegt ein Mini-Hafen und eine Art Restaurant, in dem es 5 Gerichte und einige Getränke aus Plastikgeschirr gab. Die steile Abfahrt zum Hafen musste auf der anderen Seite des Flusses natürlich wieder mit einem Aufstieg ausgeglichen werden. Also schieben angesagt! Wieder gab es eine grosse Parkanlage mit Schlosspark, einer breiten Schlossallee und vielen Rad-Fusswegen, die kräftig genutzt wurden. Auf dieser Seite des Flusses liegt unser ruhiges und sehr gemütliches ‚Holiday-Camp‘. Nach dem Absatteln und Ausbreiten in unserem Zimmer sind wir doch tatsächlich noch einmal mit dem Fahrrad los, um den Ort weiter zu erkunden. Das Spa-Hotel-Hochhaus gegenüber dem Campingplatz wirkte auf uns etwas deplaziert, schien aber nach Betrachtung des gefüllten Parkplatzes gut besucht zu sein. Wieder einen anderen Weg durch den Park, mehrere kleine Strassen und zurück zur Unterkunft. Eigentlich merkwürdig, dass ich so viel über diesen Ort schreibe. Aber er hat uns total fasziniert : die grossen Parkanlagen mit phantastisch ausgebauten Fuss-Radwegen, unterschiedliche „Abstiege“ zur Ostsee, viele Spaziergänger, aber praktisch keine Restaurationen, ausser dem Spa-Restaurant und dem “ missglückten“  Hafenrestaurant!

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2 Kommentare zu “34. Tag von Alajöe nach Toila ( 88 km ), inkl. ausführliche Erkundung von Toila

  1. Echt toll, eure täglichen Berichte!
    Danke für die allabendliche Lektüre.
    Schaut mal, ob Ihr morgen in der früh die Radwegschilder mit meinen Kommentaren findet – ich bin da mit meinem guten alten Auto durch….
    Habt Ihr Tipps für künftige R1-Radler?
    Wie organisiert/reserviert Ihr die Unterkünfte?
    Wie wascht/trocknet Ihr die Kleidung?
    Habt Ihr Tipps zum Fahrrad – hattet Ihr Pannen, wenn nein, warum nicht.. 🙂 ?
    Ist das 30-Tages-Touristenvisum für die zweifache Einreise nach Russland aureichend?

    Habt Spaß – alles Gute.
    Detlef

    • Hallo Detlef, Deine Mail haben wir erst zu spät gelesen, und Deine Kommentare auf den Schildern sind uns leider entgangen. Zu Deinen Fragen: Wir werden unseren blog um eine Rubrik ergänzen und darin unsere Ausrüstung und Organisation beschreiben. Mit dem 30 Tage Doppelvisum sind wir gut zurecht gekommen. Wir hatten in Tartu einen Tag mehr als geplant und haben 6 Tage in St. Petersburg. Dein Guide hat uns gut geführt. Die kurzen, auf das Wesentliche beschränkte Beschreibungen der Geschichte und der Sehenswürdigkeiten haben wir immer gern gelesen. Besonders gefallen haben uns die schönen und präzisen Zeichnungen der Sehenwürdigkeiten. Vielen Dank für Deine Unterstützung. GuRa

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