35. Tag von Toila nach Narva ( 66 km )

Da wir am östlichen Stadtrand von Toila übernachtet haben, sind wir weiter an der Ostsee entlang gefahren und erst nach ca. 4 km wieder auf den R1 gestossen. Die dann angekündigte Schotterpiste war ganz gut zu befahren. Von Zeit zu Zeit mussten wir kurz anhalten und die Steilküste hinunter zur Ostsee schauen. Wir haben irgendwarum den Abzweiger von diesem Weg verpasst, kein R1-Schild an einer möglichen Abzweigung entdeckt. Da der Weg, auf dem wir fuhren, immer besser war als der jeweils abbiegende, fühlten wir uns auf der sicheren Seite. Und mir nichts dir nichts standen wir am Zaun der gigantischen Anlage, die zur Sanierung von Klärschlämmen vor der Stadt Sillamäe gebaut wurde. Also nahmen wir den Weg entlang des Zaunes zurück an die Fernverkehrsstrasse. Der war tatsächlich fast unbefahrbar: grober Schotter war eine echte Herausforderung für unsere Räder und uns. Nach ungefähr einem Kilometer erreichten wir wieder gut fahrbaren Schotterweg und später die Schnellstrasse. In Sillamäe erlebten wir das von Detlef Kaden beschriebene merkwürdige Gefühl. Der erste Teil, den wir durchfuhren, wies etliche renovierungsbedürftige Wohnblocks auf, dann plötzlich in die Jahre gekommene “ stalinistische Prunkbauten “  und Alleen. Wir fuhren eine dieser Alleen hoch an die Hauptstrasse und waren mitten im Zentrum mit schmucken Parkanlagen, einigen renovierten und restaurierten Prachtbauten, sowie einer bombastischen Treppe, die direkt auf einen breite langgestreckten Platz führte, der bis zur Ostsee reichte und wo anscheinend etwas ‚Grossartiges‘  im Entstehen ist.

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Auferstehung des alten Charmes?

Menschen sahen wir nur wenige.  Weiter führte uns die Hauptstrasse in den anderen Teil der Stadt mit vielen nicht unansehnlichen Wohnblocks und immer wieder Grün mittendrin. Hier fanden wir auch geöffnete Geschäfte, Cafes und kleine Stände mit Obst und Gemüse, vermutlich aus dem Garten. Es war trotz des Sonntags ( oder gerade wegen ? ) viel Leben auf der Strasse. Auch wenn das Wort interessant abgedroschen ist, für mich war diese Stadt einfach interessant! Weiter mit herrlichem Rückenwind und nur drohenden dunklen Wolken fuhren wir an riesigen Friedhöfen ,u.a. auch einem deutschen Soldatenfriedhof , vorbei, und erreichten Narva-Jöesuu, den Ferienort an der Mündung des Grenzflusses Narva. Die Narva-Mündung selbst bekamen wir trotz mehrerer Versuche nicht zu sehen. Alle möglichen Strassen und Wege waren abgesperrt, nur am Strand entlang durch die Dünen wäre der Blick wohl möglich gewesen. Das war nichts für uns und unsere Fahrräder. Am Strand war reges Treiben von Spaziergängern, einige Kinder buddelten im Sand, und es wurde Volleyball gespielt, im Wasser war niemand ( auch ich nicht!). Zum Glück sassen wir während des kräftigen Schauers zwischendurch gerade bei einer Solianka unterm Dach. Die nun folgende Etappe führte die ganze Zeit am Fluss entlang, bis wir unseren morgigen Grenzübertrittsort Narva erreichten. Imposant die beiden Festungen mit der Grenzbrücke.

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Bollwerke mit verbindender Brücke

Nachdem wir unsere Unterkunft nahe der Innenstadt „bezogen“ hatten und unsere Räder unter die Treppe im Innenraum stellen durften ( zunächst sollten sie draussen im Hof bei den Autos stehen, was uns natürlich nicht passte ), zogen wir los auf Stadterkundungstour. Mit vielen unterschiedlichen, neuen und nachhaltigen grossartigen Eindrücken verlassen wir Estland. Was wird uns in Russland erwarten?

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